Bärbel Praun

gruss und kuss – die berge sind schön

 

Berge vermitteln endlose Weite und Freiheit. Sie nehmen einen gefangen, rauben den Atem. Raus aus der Stadt, rein in die Idylle – und das mit gebührendem Abstand. Die Alpen, der Tourismus und der damit verbundene zivilisatorische Eingriff in die Natur sind Themen dieser Arbeit, aber auch der Mythos um die Berge, die Faszination und Sehnsucht des Menschen nach Landschaft.

 

Gebirgslandschaften, in meisterlicher Tiefenschärfe fotografiert, sind das Sujet von Bärbel Prauns Arbeit. Die Gebirgslandschaft ist bei ihr eine auf Distanz gehaltene Kulisse. Eine sensible Annäherung an die Natur ist heute durch die Reisegeschwindigkeit nicht mehr möglich. Auch sind die Berge zu sehr mit Klischees, mit der Vorstellung von Idylle und der Sehnsucht nach Bergheimat besetzt, dass all das stärker ist als die Wirklichkeit und man nicht mehr weiß: was ist echt – was ist unecht?

 

Ähnlich ergeht es dem Betrachter der Gebirgsfotografien von Bärbel Praun: Zunächst entspricht vieles unserem gewohnten, klischeebeladenen Blick, gleichwohl umfängt einen eine beunruhigende Stimmung, die zur Bestimmtheit wird, wenn man feststellt, dass diese erschlossenen und übernutzten Landschaften völlig menschenleer sind. Das Gebirge wird zum Projektionsraum für die innere, geträumte Landschaft.

Die Arbeit "gruss und kuss – die berge sind schön" zeigte Bärbel Praun erstmals auf der Photokina 2006; außerdem wurde die Arbeit in der Online-Ausgabe der Zeitschrift GEO vorgestellt.