Lia Darjes
Plates I–XXXI
Eröffnung: Samstag, 21. Februar 2026, 15.00 Uhr, Stadtmuseum Münster. Die Künstlerin ist anwesend.
Für ihre Serie Plates I-XXXI arrangiert Lia Darjes eine Versuchsanordnung, ein Experiment zum Thema Stillleben. Während sie die „Bühne“ für diese Bilder herrichtet, ist der Hauptaspekt der Zufall:
„Für meine neue Arbeit lade ich mich selbst zum Essen und Trinken in die Gärten und auf die Terrassen meiner Freunde ein. Die Gedecke auf dem Gartentisch werden durch mein Eingreifen zur Grundlage eines Stilllebens. Nachdem ich gegangen bin, bleibt eine Kamera als passiver Beobachter für einige Stunden oder ganze Tage zurück. Sie wird durch Bewegung ausgelöst, wenn Vögel oder wilde Tiere den Tisch besuchen. Auf diese Weise entstehen Bilder, bei denen nicht klar ist, ob es sich um eine dokumentierte Szene oder ein arrangiertes Stillleben handelt. Ich finde es faszinierend, das Inszenierte und das Zufällige in einem Bild zu verbinden.“
Plates ist eine halbdokumentarische Stilllebenstudie, die sich der Grauzone zwischen den Lebensräumen von Menschen und Wildtieren widmet“, erklärt die Künstlerin. „Meine fotografische Arbeit hat immer einen dokumentarischen Charakter. Ich finde es reizvoll, die Grenzen der Dokumentarfotografie auszuloten und die Erfahrung des Betrachters beim Fotografieren vorwegzunehmen“, erklärt Lia Darjes ihre Arbeitsweise.
Quelle: Robert Morat Galerie | Lia Darjes | Plates I-XXXI
Vita
Geboren 1984 in Berlin, lebt Lia Darjes in Hamburg. Sie studierte Fotografie an der HAW Hamburg bei Prof. Ute Mahler. Von 2012 bis 2017 war sie Mitglied der Pariser Fotoagentur Picturetank. In dieser Zeit arbeitete sie vor allem als Fotojournalistin im Auftrag sowie an freien dokumentarischen Projekten. Dabei setzte sie sich häufig mit Fragen medialer Repräsentation auseinander und verfolgte den Anspruch, etablierte visuelle Stereotype zu hinterfragen und aufzubrechen.
Parallel dazu assistierte Lia Darjes im Archiv des Fotografen Ludwig Schirmer, der in der DDR als Werbefotograf bekannt geworden war. Von 2016 bis 2018 nahm sie als Tutorin an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin in der Meisterklasse von Prof. Ute Mahler und Ingo Taubhorn teil. Bekannt wurde die daraus entstandene Arbeit Tempora Morte, die sie 2018 in Buchform veröffentlichte.
Sie wird von der Galerie Robert Morat in Berlin vertreten. Seit 2018 ist sie als Dozentin tätig, und seit 2023 leitet sie gemeinsam mit Jörg Brüggemann die Ostkreuzschule.